17. Wahl des Investors

Frederic Laloux, einer der wohl bekanntesten Unternehmenscoaches wenn es um Selbstorganisationen geht beschreibt in seinem Buch „Reinventing Organizations“:

Eine performante Selbstorganisation kann nur dauerhaft aufrecht erhalten werden, wenn der Geschäftsführer und der Investor eine evolutionäre Weltanschauung (entspricht Stil 5 bei den Führungsstilen) integriert hat!

Welche Merkmale hat eine evolutionäre Weltansicht? Und warum ist es dabei entscheidend, dass auch der Investor ein entsprechendes Paradigma integriert hat?

Laloux beschreibt, dass sich die Menschheit in 5 Stufen entwickelt hat (diese entsprechen wiederum ziemlich genau den 5 Führungsstilen, wobei auch hier die moderneren Stufen die Vorgänger in sich integriert haben). Je moderner die Entwicklungsstufe, desto bemerkenswerter scheinen die Resultate zu sein – es zeigt sich dabei, dass modernere Entwicklungsstufen besser mit hoher Komplexität und schnelleren Innvovationszyklen umgehen können.

Analog zu den Führungsstilen ist es offensichtlich, dass Menschen mit niedrigeren Stilen die höheren kaum nachvollziehen können.

Auch ich wollte als Führender meinen Mitarbeitern ganz bewusst verantwortungsvolle Aufgaben anvertrauen und sie dabei in erster Linie als Coach unterstützen (entspricht Stil 5 – emotionale Führung durch Sinn), was jedoch immer wieder von Vorgesetzten blockiert wurde.

Die Begründung dabei:

„Die können nix und sollten lieber nix wichtiges anfassen!“ oder „Unsere Untergebenen brauchen kein Sinn oder Ziele bei der Arbeit und sollen einfach das machen, was wir ihnen vorgeben – schließlich steht in jedem Arbeitsvertrag geschrieben, dass Geld gegen maximalen Arbeitseinsatz getauscht wird!“ (entspricht Stil 2 – Strukturen und Prozesse) blockiert wurde – mit einer modernen Ansicht erscheint dieser Ansatz der Mehrheit wohl ziemlich kontraproduktiv, speziell wenn es sich um größere Teams (z.b. > 15 Mitarbeiter) handelt.

Auch im Fall von Investoren zeigen sich ähnliche Auswirkungen. Speziell in Krisen (und die wird es immer mal geben) darf es nicht passieren, dass der Investor mit einem Stil 2 oder Stil 3 Weltbild das Unternehmen blockiert (z.B. in dem er ständig neue Businesspläne fordert, sodass sich Jeder auf Zahlen anstatt auf die Maximierung des Kundennutzen oder die Analyse der Engpässe / die Überarbeitung der Strategie fokussieren muss).

Mit diesem Wissen gibt es 2 Möglichkeiten bei der Wahl eines Investors:
1. Es wird Verfassung unterschrieben, die Regelt, dass Investoren nicht in das Geschäft eingreifen dürfen – hierfür gibt es Vorlagen aus der Holokratie und Soziokratie.

2. Der Investor hat das evolutionäre Weltbild integriert und handelt auch danach.

Laut Laloux besitzen heute etwa 5% der Bevölkerung ein evolutionäres Weltbild, also das modernste Paradigma (neuere sind mir zumindest bisher nicht bekannt), wobei sich immer mehr Menschen dort hin entwickeln.

Folgende Eigenschaften sind hierbei typisch:
Emotional verknüpfte Lebensziele – ausgeprägter Wunsch weltverbesserndes beizutragen anstatt das eigene Ego zu befriedigen, Einklang mit der Natur, Lebensqualität und Erfüllung ist wichtiger als jeder Besitz, Vertrauen anstatt Angst, keine Angst vor Konkurrenz, usw.

Im nächsten Beitrag kommen wir zu einem weiteren wichtigen Thema: Einstellung zu Geld & Macht

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