6. Umgang mit Glaubenssätzen

Glaubenssätze sind meiner Meinung einer der wichtigsten Erfolgskriterien und werden daher in unseren Trainings und Coachings intensiv behandelt. Denn durch einen (contra-)produktiven Glauben (zum Beispiel: Ich kann alles verändern vs. ich kann nix beitragen), werden wir automatisch auch (contra-)produktiv handeln!

Lasst uns im folgenden Abschnitt erstmal damit beschäftigen: Was sind Glaubenssätze? Wie entstehen Glaubenssätze und wie kann ich diese bewusst sinnvoll verändern?

Glaubenssätze sind nichts anderes als emotional geladene Referenzerfahrungen, die wir entweder aus Erzählungen oder aus eigenen Erlebnissen mitgenommen haben. Jeder von uns besitzt eine große Anhäufung von emotionalen Erfahrungen, die unser komplettes Handeln und somit unsere komplette Identität beeinflussen (in der Regel unterbewusst auf Autopilot).

Dazu folgenden zwei Beispiele, die zeigen wie sich Identitäten komplett entgegengesetzt entwickeln können.

Beispiel 1:
In diesem Beispiel gehen wir von einer emotionalen Erfahrungen aus, in denen ein Mitarbeiter etwas schlechter erledigt hatte als man selbst. In einer weiteren emotionalen Erfahrung hatten wir beispielsweise in der Uni an einer Gruppenarbeit gearbeitet, in der man der Einzige war, der zum Erfolg des Projekts beigetragen hatte.

Stark abhängig von der Stärke der Emotion und der Interpretation der Geschichte entwickelt sich also mit der Zeit der Glaubenssatz „Ich kann alles besser als andere oder meine Mitarbeiter“.

Der Teufelskreis geht dann meist weiter: Um das eigene Ego zu befriedigen wird die Story anschließend immer wieder bei Freunden erzählt um damit anderen und sich selbst zu beweisen, dass man bedeutend ist.

Beispiel 2:
Eine entgegengesetzte Erfahrung wäre, wenn ein Mitarbeiter des öfteren einen herausragenden Beitrag zum Unternehmenserfolg, ggf. sogar weit über unsere Kompetenz hinaus gebracht hätte. Auch in der Uni hielt sich in diesem Fall immer die Waage – in einem Projekt brachten die Kollegen wesentlich mehr Input als ich selbst und in dem anderen Projekt konnte dann eben ich mehr beisteuern.

Dadurch entwickelte sich der Glaubenssatz „Andere sind wertvoll und haben oftmals bessere Einwände als ich selbst“.

Es liegt auf der Hand, dass Person 1 und Person 2 einen völlig unterschiedlichen Charakter besitzen werden und dabei in einer vergleichbaren Situation völlig unterschiedlich handeln.

Während Person 2 seinen Mitarbeitern gerne wichtige Aufgaben anvertraut, wird Person 1 die wichtigsten Aufgaben wohl eher selbst ausführen – dadurch würden sich wiederum völlig unterschiedliche Kulturen und somit auch völlig unterschiedliche Unternehmen entwickeln.

Wie können wir unsere Glaubenssätze so abändern, dass sie uns weiterhelfen?

Im ersten Schritt müssen wir erstmal diejenigen Glaubenssätze identifizieren, die uns am meisten im Wege stehen. Das kann anhand von vorgegeben Listen geschehen oder auch dadurch, dass wir uns die Zeit nehmen um explizit zu hinterfragen welche Entscheidungen wir warum getroffen haben, oder aus welchen Gründen wir unseren Tagesablauf so gestaltet hatten, wie wir es haben.

Haben wir den Glaubenssatz identifiziert – zum Beispiel „Ich muss viel Geld verdienen um glücklich zu sein, weil ich mir dann eine tolle Wohnung leisten kann“, dann sollten wir uns selbst in einer Selbstreflexion intensiv hinterfragen wie dieser Glaubenssatz zustande kam! Fallen mir eventuell Geschichten ein, die das Gegenteil beweisen?

Eine Antwort könnte lauten: „Wenn immer ich mich an meine schönsten Momente im Leben erinnere, dann fallen mir Geschichten ein, die nix mit Geld oder Besitz zu tun hatten – z.B. Camping im Wald mit Freunden, die Geburt meiner Kinder, etc.“.

Daraus kann ich nun folgern:

„Um glücklich zu sein, gönne ich mir lieber mehr Freizeit, um im Wald mit Freunden zu campen anstatt unnötig hart an meiner Karriere zu arbeiten – nur um viel Geld zu verdienen“

Die Antwort beinhaltet in diesem Fall einen weiteren Glaubenssatz – nämlich:

„Man muss schwer und hart arbeiten um viel Geld zu verdienen“ – auch das ist wieder ein höchst-fraglicher Glaubenssatz, denn meiner Meinung ist „Arbeit an seiner Erfüllung, wenn man es richtig anstellt mehr Hobby als Beruf“ 🙂

In unseren Trainings und Coachings werden wir uns intensiv mit produktiven Glaubenssätzen beschäftigen, da es oft enorm wichtig ist diese bewusst wahrzunehmen, optimistisch zu denken und handeln und regelmäßig zu hinterfragen – zum einen für ein erfülltes Leben, aber auch für die Effektivität der Arbeit, sowie zur Lösung von Konflikten!

Auch im nächsten Beitrag werden wir auf ein enorm wichtiges Thema eingehen, bei dem auch Glaubenssätze eine zentrale Rolle spielen – es geht um die: Bedeutung von Alpha-Status bei New Work

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