7. Bedeutung von @-Status bei New Work

„Ober sticht Unter“ – der Chef hat bei klassischen Unternehmen meist die Entscheidungsgewalt, sofern die Entscheidungen nicht durch „innerlich höherrangige“ Mitarbeiter beeinflusst werden.

Dabei ist der Alpha Status bei allen klassischen Führungsstilen bei denen es Führungskräfte gibt, eines der ALLERWICHTIGSTEN Führungsinstrumente, wenn nicht sogar das wichtigste! Denn nur mit einem entsprechenden inneren Alpha-Status des Führenden wird der Geführte folgen!

Speziell bei egozentrischen Führungskräften (in der Regel bei den Führungsstil 1 – 3) führt das in das in der Regel zu folgendem Problem: Aufgrund der Glaubenssätze „Keiner kann was / Ich bin der Einzige der etwas kann oder gar ich bin Gott“ werden bei Entscheidungen sehr häufig die Argumente der Mitarbeiter ignoriert und somit häufig nicht zum Besten des Unternehmens entschieden.

Selbst wenn @-Chefs ihre Mitarbeiter und deren Meinungen respektieren werden die Entscheidungen so gut wie immer durch den höchstrangigen Teilnehmer (hier zählt ausschließlich der innere Status) beeinflusst – auch wenn das meist nicht absichtlich, sondern unterbewusst geschieht.

An dieser Stelle interessieren uns vorerst die Auswirkungen im Zusammenhang mit Konsent-Entscheidungen, die im New Work Umfeld praktiziert werden.

Ziel ist es, dass möglichst sinnvolle Entscheidungen für die gesamte Gruppe immer vor denjenigen stehen, die durch persönliche Egos geprägt sind. Dabei können uns Frameworks wie Soziokratie 3.0 oder Holokratie weiterhelfen, der Alpha-Problematik bei der Entscheidungsfindung entgegen zu treten. Hierbei entscheidend: Ein herausragender neutraler Moderator, der explizit darauf achtet, dass alle Meinungen gleichberechtigt berücksichtigt werden! Dazu muss der jedoch der Moderator während des Meetings den Alpha-Hut aufhaben, da auch er sonst (wahrscheinlich unbewusst) geführt wird!

 

Nun zu einem GANZ zentralen Glaubenssatz, der zwischen Erfolg & Misserfolg einer New Work Organisation entscheiden kann: Der Glaubenssatz „Alpha = Ego und Ego ist schlecht“ außerhalb definierter Prozesse!!

Immer wieder hatte ich es im New Work Umfeld erlebt, dass das Wort „Alpha“ negativ assoziert wird. Bei einigen Unternehmern und Agile Coaches stellen sich aufgrund ihrer Referenzerlebnisse förmlich die Nackenhaare auf sobald man „Alpha“ in den Mund nimmt!

Auffällig häufig hatte ich dabei die Assoziation: Alpha = Ego und Ego ist schlecht! wahrgenommen. Klar, denn viele New Workler sind ja gerade aufgrund egozentrischer Chefs in einer Selbstorganisation gelandet. Um es hier (und das mag vielleicht für viele schmerzhaft sein) auf den Punkt zu bringen: Wir brauchen „Alphatiere“ nicht nur für die Moderation bei der Entscheidungsfindung, sondern vor allem auch außerhalb von Prozessen – natürlich ist eine gesunde Empathie notwendig.

Ich hatte es in mehreren Firmen erlebt, dass die eine einzige Assoziation „Alpha = Ego und Ego ist schlecht“ ausreichte, um Leadership auszulöschen und die komplette Firma lahm zu legen! Folgendes ist dabei passiert:

Auf die Frage was eigentlich ein Alpha sei hatte ich häufig folgende Antworten erhalten:
Ein Egoist, der immer alles entscheiden möchte, ständig in Konflikte verwickelt ist und andere Meinungen gerne überhört. Wir wollen keine Konflikte und ein gutes Zusammenleben ohne „Möchte-gern-Chefs“.

Dabei viel mir auch im Verhalten der Mitarbeiter immer wieder bewusst Konflikte vermieden wurden, da man eben nicht der Alpha sein wollte, der gegen alle anderen ist. Und hier liegt der Knackpunkt – „Lieber nix tun, als streiten oder als Alpha angesehen zu werden!“.

Oft wiederholt, entwickelten Mitarbeiter regelrecht die Fähigkeit passiv zu sein und als bitterer Beigeschmack entwickelte sich ein gefährlicher Glaubenssatz: „Ich kann ja hier eh nix bewirken!“

An dieser Stelle möchte ich auf mein Webinar und meine Trainings verweisen, wo wir im Detail auf dieses Problem und Lösungsansätze eingehen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.