5. Der Intrapreneur: Fachkraft, Manager und Unternehmer!

Auch wenn es in unserer Selbstorganisation (Tel Organization) keine direkte Unterscheidung zwischen Fachkraft, Manager und Unternehmer gibt, ist es absolut notwendig die unterschiedlichen Sichtweisen zu kennen und zu verstehen.

Schauen wir uns dazu mal die zahlreichen Unternehmen an, die nie über die Grenze von 10 oder 15 Mitarbeitern hinauswachsen und hinterfragen dabei: Woran liegt das?

Wird eine Firma neu gegründet, füllt der Gründer notwendiger Weise 80-90% seiner Arbeitszeit mit Fachkraft-Aufgaben aus, z.B. mit der Akquise von Kundenprojekten oder dem Programmieren innerhalb von Kundenprojekten.

Um zu expandieren, muss er zwangsläufig weitere Programmierer und/oder Vertriebsmitarbeiter einstellen. Dabei wird es ihn mit der anfangs notwendigen Fachkraft-Brille vermutlich schwer fallen, enorm wichtige Aufgaben wie Unternehmenskultur, Systeme und Prozesse, etc. ernsthaft wahrzunehmen – im Vertrieb oder/und im Programmieren hat er ja schließlich seine Stärken. Zudem macht diese Aufgabe am meisten Spaß!

In den meisten Fällen arbeitet der Geschäftsführer also > 90% seiner Zeit weiter als „selbstständige Fachkraft“. Speziell mit den Paradigmen „rot – Sklaventreiberei“, „gelb – Prozesse und Systeme“ und „orange – Führen mit Zielen“ (mehr dazu unter Punkt 6 – Die fünf Führungsstile) ist das jedoch problematisch, da der Führende mit der Zeit den Glaubenssatz „Ich bin Gott / Keiner kann was / Ich bin der einzige der hier etwas kann“ immer weiter vertieft.

Man muss kein Prophet sein um zu sagen, dass der Glaube irgendwann zur Realität wird! Sobald der Geschäftsführer tatsächlich irgendwann der Einzige ist, der mit seinen Fachkraft-Skills zum Erfolg der Firma beiträgt, ist weiteres Wachstum nahezu unmöglich.

Für die Skalierung ist es also in klassischen Firmen notwendig, folgende Rollen strikt zu trennen:

  • Der Unternehmer:
    Er möchte etwas bewirken. Er ist für Vision und Unternehmenskultur zuständig und sollte mindestens 70% seiner Zeit mit U-Aufgaben verbringen!
  • Der Manager:
    Er möchte etwas effektiv und fertig umsetzten, wobei der Unternehmer oft mit seinen neuen „visionären Spinnereien“ im Weg steht. Er führt Systeme und Prozesse ein, mit denen effektiv gearbeitet und der Profit maximiert werden soll. Vor allem bei größeren Teams sollte auch der Manager zum Großteil seine Zeit mit M-Aufgaben ausfüllen.
  • Die Fachkraft:
    Die Fachkraft möchte idealer Weise bei den Aufgabenstellungen auch seine eigene Kreativität einbringen und sich dabei weder vom Unternehmern, noch vom Manager stören lassen. Die Fachkraft erzeugt letztendlich den sichtbaren Wert für den Kunden!

Alle drei Sichtweise sind für erfolgreiche Unternehmen lebensnotwendig, wobei es aufgrund der unterschiedlichen Perspektiven natürliche Konflikte zwischen den Rollen geben wird!

Relevanz für Selbstorganisationen:

Im New Work Umfeld (speziell Teal Organization) gibt es die klassische Rollen Unternehmer, Manager und Fachkraft nicht. Auch wenn uns Frameworks wie Holokratie und Soziokratie 3.0 zur Entscheidungsfindung und Kreise wie Marketing, Management weiterhelfen, sind diese (speziell außerhalb definierter Prozesse) nicht immer anwendbar.

Und hier kommt auch schon der Intrapreneur ins Spiel, der bei konkreten Bedarf und falls sinnvoll engpassorientiert an Manager- und Unternehmeraufgaben arbeiten und somit andere Führen soll und muss! Dabei muss jeder Mitarbeiter auf seinem individuellen Stil geführt, bzw. zum nächsten Stil hin entwickelt werden. Und das kann längerfristig nur und nur dann funktioniert, wenn der Führende auch einen entsprechenden Status besitzt (Mehr dazu in meinem Beitrag: „Bedeutung von @-Status„).

Da wir dieses Thema sehr ausführlich betrachten müssen und es den Rahmen dieser Beitrags sprengen würde, möchte ich an dieser Stelle auf unsere Trainings und das Webinar verweisen, wo wir sehr ausführlich in die Rolle des Intrapreneur schlüpfen.

Im nächsten Beitrag geht es ebenso um ein enorm wichtiges Thema für New Work Organisationen:
Und zwar um den richtigen Umgang mit Glaubenssätzen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.