19. Die Kraft der Lebensvision

In den vorherigen Beiträgen hatten wir uns intensiv mit einigen wirkungsvollen Erfolgsfaktoren beschäftigt – u.a. mit:

  • Storytelling
  • Der Arbeit an unseren Glaubenssätzen
  • Den Wert eines Gleichgesinnten Netzwerks

ABER: Mit welchen Stories beschäftige ich mich beim Storytelling überhaupt? An welchen Glaubenssätzen arbeite ich nun bewusst? Und welchem Netzwerk schließe ich mich sinnvoller Weise an?

Auf der tiefsten Ebene bringt uns hierbei unsere Vision Klarheit – dabei geht es nicht ausschließlich um die Arbeit, sondern darum wie wir unser gesamtes Leben gestalten möchten! Nur wenn unser „Geist frei“ und wir als gesamter Mensch erfüllt sind, können wir auch in der Arbeit mit voller Energie an unseren Zielen & Träumen arbeiten. Tony Robbins, der wohl weltweit bekannteste Life-Coach spricht von 8 Lebensbereichen:

1. Persönlichkeit und Lernen
2. Freude und Emotionen
3. Partnerschaft, Sex und Familie
4. Freunde und Netzwerk
5. Körper und Gesundheit
6. Finanzen und Materielles
7. Arbeit und Beruf
8. Welt und Beitrag

Welche Kraft eine emotionale Lebensvision hat, können wir auch anhand einer Harvard Studie erkennen, die bereits 1979 durchgeführt wurde. Ziel war es den Zusammenhang zwischen Lebensvision und Gehalt zu untersuchen:

Dabei zeigte sich, dass diejenigen die ihre Lebensziele explizit aufgeschrieben hatten nach 10 Jahren im Schnitt das 10-fache von denjenigen verdienten, die keine Lebensziele hatten.

Diese Elite machten 3% aller Absolventen aus. 14% der untersuchten Teilnehmer hatten zwar konkrete Lebensziele, diese jedoch nicht klar aufgeschrieben und ausformuliert – immerhin war das Gehalt noch das Doppelte im Vergleich zu der Gruppe ohne Lebensziele.

Im Kontext von New Work ist es meist sehr hilfreich und meist auch für eine „Führung mit Sinn“ enorm förderlich, wenn sich Mitglieder einer Selbstorganisation stets ihrer Vision (und damit auch ihren Antrieb) bewusst sind.

Dennoch ist es in der Realität (selbst bei der besten Führung) schlichtweg nicht immer möglich, dass Lebensziele und die Firmenziele dauerhaft korrelieren. Hierbei ist vor allem Emphatie gefragt: Wie kann der Mitarbeiter dennoch in eine möglichst sinnvolle Richtung arbeiten, die mit seinen Interessen zusammenpasst?

Geschieht das nicht, verlässt der Mitarbeiter aufgrund seiner emotionalen Vision entweder zeitnah das Unternehmen, oder entwickelt sich solange zum frustrierten „Low-Performer“, bis er wieder einen Sinn in seiner Arbeit findet. Und dann folgt wiederum 110% Leistung!

Eine tief mit unserer Identität verknüpfte Lebensvision ist nicht von heute auf morgen aufgestellt, sondern wird einige Zeit in Anspruch nehmen (6 Monate +). Da aber genau diese Vision von zentraler Bedeutung für die innere Motivation und Leistungsbereitschaft ist, wird dieses Thema ebenso intensiv in unseren Trainings behandelt.

Weiter geht es im nächsten Beitrag mit einem der Wohl zentralsten Einflussfaktoren auf den Erfolg von New Work Organisationen: Entscheiden im Konsent = Segen & Hölle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.