10. Umgang mit Grundbedürfnissen

In unserem Zusammenleben (egal ob im Meeting, beim reflektieren oder bei der Aufgabenteilung) ist es entscheidend die eigenen Grundbedürfnisse, aber vor allem auch die Grundbedürfnisse anderer wahrzunehmen und dadurch entsprechend fördernd zu handeln – vor allem für Führungsstil 5 (Führung durch Sinn) ist das Verständnis über die menschlichen Grundbedürfnisse eine zentrale Voraussetzung.

Tony Robbins, der wohl weltweit bekannteste Life-Coach spricht von 6 Grundbedürfnissen, die sofern großteils erfüllt zu einem „geilen & erfüllten“ Leben führen (1. Sicherheit, 2. Abwechslung, 3. Bedeutsamkeit, 4. Verbindung / Liebe, 5. Wachstum, 6. Beitrag), wobei diese bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

In unserem Modell hilft und ein siebtes Bedürfnis nach „Fairness“ enorm weiter. Streng genommen handelt es sich um eine Mischform resultierend aus unserem Wunsch nach Verbindung, Sicherheit und Bedeutsamkeit in einer Gruppe und ist daher nicht in Tony Robbins´s Modell enthalten. Da es aber gerade im Unternehmenskontext deutlich zutage tritt und bei Verletzung das komplette Team in einen inneren Kriegszustand geraten kann, sollten wir es an dieser Stelle dennoch berücksichtigen.

Sehen wir uns die Grundbedürfnisse im Zusammenhang mit Selbstorganisationen etwas genauer an:

  1. Sicherheit
    Neue Wege zu gehen und dabei zu wachsen ist wichtig, auch wenn dies häufig mit unserem Sicherheitsbedarf kollidiert. Hier gilt es eine gesunde Balance zu finden.Sicherheit geben bedeutet bei im New Work Kontext u.a.:
  • Fehler zuzulassen und daraus zu lernen anstatt Schuldzuweisungen zu verteilen!
  • Jeder darf und soll sein wirkliches „Ich“ mit zur Arbeit nehmen und seine Meinung äußern!
  • Emotionales Vertrauen untereinander anstatt Lästereien hinterm Rücken!
  1. Abwechslung:
    Das eigenständige Übernehmen neuer Aufgaben und Abgeben alter Aufgaben ist in einer Selbstorganisation immer dann gewünscht, wenn es sinnvoll für den Gesamtkontext ist. Auch hier kann durch gezieltes Storytelling eine Kultur und Glaubenssätze geschaffen werden, mit der Mitarbeiter aktiv die Initiative für das eigene Glück ergreifen – auch hier kommt es auf eine gesunde Mischung zwischen Abwechslung und Sicherheit an 🙂
  2. Bedeutsamkeit:
    Eines starkes Streben des Menschen ist das nach persönlicher Bedeutung und Wichtigkeit vor den Augen anderer. Auch hier haben wir im Vergleich zu klassisch hierarchischen Strukturen einen großen Vorteil (sofern richtig implementiert!): Keiner wird durch seine Position limitiert und ausschließlich an seinen Titel geknüpft. Jeder kann sich selbst durch Eigeninitiative oder Einsatz für die Firma oder für Kollegen ein bedeutenden Beitrag liefern ohne ständig gegen die Betonmauer zu laufen!
  3. Verbindung / Liebe:
    Trotz unserem Wunsch nach Bedeutsamkeit ist der Mensch ein soziales Wesen, dass sich nach Liebe und Zugehörigkeit sehnt. Vor allem im New Work zeigt sich, dass ähnliche Charaktere angezogen werden, wodurch Gleichgesinnte gemeinsam sinnvolles wodurch eine tolle Gruppendynamik entstehen kann. Auch hierbei ist es entscheidend, die Kultur und das Verhalten der Mitarbeiter so auszurichten, dass auch das 4te Grundbedürfnis erfüllt wird.
  1. Wachstum:
    Ein weiteres (häufig unterbewusstes) Bedürfnis, nämlich das nach mentalen, emotionalen und spirituellen Wachstum zieht sich wie ein roter Faden durch unser Leben. Wir unterstützen dabei Mitarbeiter bewusst mit Trainings, Coachings, Seminaren und einem intensiven Austausch unter Gleichgesinnten.
  2. Beitrag
    In diesem Bereich streben wir danach etwas beizutragen, das größer ist, als wir selbst. Wir wollen einen Beitrag zum Wohle anderen schaffen und ihnen dabei ein besseres Leben ermöglichen.
  3. Fairness
    Je größer das Selbstwertgefühl, der innere Status und das Gefühl der eigenen Wirksamkeit, desto geringer wird das Bedürfnis nach Fairness. Fairness ist (ironischer Weise) im Grunde ein Bedürfnis eines abhängigen Menschen, der sich selbst als Opfer sieht. Dennoch sollten wir speziell untereinander bis zu einem Gewissen grad auf das Bedürfnis eingehen. Dabei sollte es aber nie zur einzig wahren Leitlinie werden, da sonst mit der Zeit immer mehr Opfer produziert werden! Und in einer Selbstorganisation ist es ein ganz zentraler Bestandteil, dass eben keine Opfer, sondern aktive Optimisten sich auf Augenhöhe begegnen.

Weiter geht es im nächsten Beitrag mit einem weiteren wichtigen Thema: Umgang mit Emotionen, Wut, Schmerz und emotionales Comittment

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